Rüssel 2026: Guerilla-Theater gewinnt Szene-Preis
Kurz notiert: Rüssel 2026: Guerilla-Theater gewinnt Szene-Preis
Text: Lydia Bißmann - 13.09.2026
Rubrik: Theater
Den mittlerweile dritten Grazer Rüssel, den Preis der Freien Theaterszene Graz, erhielt am Freitag, dem 11. September 2026, Das Planetenparty Prinzip in Kooperation mit dem Theater am Lend für die Produktion „Biedermann und die Brandstifter“.
Der Bühnenklassiker von Max Frisch wurde in dieser Variante in Privatwohnungen aufgeführt, wobei nicht mit Überraschungen für das Publikum und die Wohnungsbesitzer:innen gespart wurde. „So lustig hat man Frisch nie gesehen“, schreibt die Kronen Zeitung über die Produktion, die von der Kleinen Zeitung als „Guerilla-Theater“ bezeichnet wurde. Über 60 Produktionen standen in der Saison 2025/26 zur Auswahl, wovon es drei auf die Hotlist schafften. Neben den Gewinner:innen waren das Theater im Bahnhof (TiB) mit der Schauspielhaus-Koproduktion „183 Abgeordnete“ sowie „A Room for Ones One“ von Theater Quadrat und „Zweite Liga“ für Kunst und Kultur nominiert. Überreicht wurde der Preis (Gestaltung: Yuliia Makarenko) von Kulturstadträtin Claudia Unger (ÖVP) und Andrea Egger Dörres vom DAT. Durch den Abend führten Angelina Schallerl und Christina Hofer, die sich als begehrenswerte Bachelorette mit Tiefgang zur Verfügung stellte. Der Grazer Rüssel, der nach einem Stück von Wolfgang Bauer benannt und mit stattlichen 10.000 Euro dotiert ist, wurde 2023 gemeinsam von der Stadt Graz und dem Verein Das Andere Theater ins Leben gerufen.

V.l.n.r.: Monika Klengel, Juliette Eröd (Theater im Bahnhof) mit Christina Hofer. (Fotocredit: DAT)
Die lustigste Show des Jahres
Wenn die Freie Szene sich selbst feiert, wofür es in den letzten Jahren aufgrund der angespannten Budgetlage recht wenig Grund gab, dann kann sich das mehr als sehen lassen. Der Esprit der Show, die dieses Jahr dem Trash-TV-Format „Bachelorette“ nachempfunden war, macht vor allem die Macher:innen aus. Der Mix aus kluger Selbstironie, feiner Gesellschaftskritik, handfester Anarchie und angewandter Improvisationskunst auf höchstem Niveau macht aus der Preisverleihung, die leider viel zu oft auch sehr fad sein kann, die sicherlich komischste und luftigste Show der Stadt. Kurzweilig, zum Wegwerfen komisch und sensationell ausgestattet (aus Stroh Gold machen zu können, ist tatsächlich einer der Core Values der Szene), eignet sie sich auch für ein Publikum, das die Protagonist:innen (noch) gar nicht kennt. Spätestens nach der dritten Ausgabe hat sich die liebevoll inszenierte Feier, die auch ein BTB-Event der Szene ist, als Geheimtipp etabliert. Den 10. September 2027 unbedingt vormerken.

V.l.n.r.: Vera Hagemann (zweite liga für kunst und kultur), Alexander Kropsch (Theater Quadrat, Moderatorin Christina Hofer. (Fotocredit: DAT)
Die lustigste Show des Jahres
Wenn die Freie Szene sich selbst feiert, wofür es in den letzten Jahren aufgrund der angespannten Budgetlage recht wenig Grund gab, dann kann sich das mehr als sehen lassen. Der Esprit der Show, die dieses Jahr dem Trash-TV-Format „Bachelorette“ nachempfunden war, macht vor allem die Macher:innen aus. Der Mix aus kluger Selbstironie, feiner Gesellschaftskritik, handfester Anarchie und angewandter Improvisationskunst auf höchstem Niveau macht aus der Preisverleihung, die leider viel zu oft auch sehr fad sein kann, die sicherlich komischste und luftigste Show der Stadt.
Kurzweilig, zum Wegwerfen komisch und sensationell ausgestattet (aus Stroh Gold machen zu können, ist tatsächlich einer der Core Values der Szene), eignet sie sich auch für ein Publikum, das die Protagonist:innen (noch) gar nicht kennt. Spätestens nach der dritten Ausgabe hat sich die liebevoll inszenierte Feier, die auch ein BTB-Event der Szene ist, als Geheimtipp etabliert. Den 10. September 2027 unbedingt vormerken.

V.l.n.r.: Monika Klengel, Juliette Eröd (Theater im Bahnhof) mit Christina Hofer. (Fotocredit: DAT)

Die DustCityDancers, das Ensemble des grrrls Chor, Zaid Alsalame und viele andere trugen zur lustigsten Show des Jahres bei. (Fotocredit: DAT)
