Bittersüßer Pop auf Jazz-Basis

Kritik: Eva Plankton Duo – Dance of Time

Text: Lydia Bißmann - 15.06.2026

Rubrik: Musik
Kritik: Eva Plankton Duo – Dance of Time

Das Eva Plankton Duo präsenteirte im März 2026 eine neu Platte mit: Dance of Time. (Fotocredit: Julia Seiler)

Dunkle Schokolade mit Chili oder Salzmandeln – so könnte man die Musik des Eva Plankton Duos kulinarisch beschreiben, die auf ihrer zweiten Platte Dance of Time noch mehr Tiefgang und Raffinesse bekommt.

Als „Art Pop“ bezeichnen die beiden ihre Musik, und es gäbe wohl keine bessere Bezeichnung für Dance of Time, das im März 2026 erschienen ist.

Eine charakteristische, sanfte Tristesse zieht sich durch das gesamte Album und macht es zu einem Ort, an dem man sich entspannt seinen Empfindungen hingeben kann, ohne jedoch darin verloren zu gehen. Ankerpunkte sind nicht nur die Stimme der Sängerin, sondern auch die reizvolle Kryptik, in die die poetischen Texte verpackt sind.

Verträumt, aber zielsicher navigiert sich das Duo durch die Genres; Jazz- und Soul-Referenzen werden von subtiler Repetition durchwirkt, die jedoch nie schnulzig wirkt. Poppige Elemente und warme, dabei unkitschige Melancholie ziehen sich durch die zehn Songs. Die sanft-poetischen Texte sind ansprechend, zugleich aber mit der nötigen Portion Distanz verfasst. Intimität erzeugt Evas klare, konzentrierte Stimme, die immer auf den Punkt ist und vom ersten Moment an Vertrauen schafft. Wer schon einmal auf einem Live-Konzert von Eva Plankton gewesen ist, weiß, dass dies nicht der kunstfertigen Abmischung, sondern dem Können der Autodidaktin zu verdanken ist. Dadurch kann sie sich auch Experimente erlauben, von denen es einige auf ihrer neuen Platte zu entdecken gibt.

 

Kritik: Eva Plankton Duo – Dance of Time

Fotocredit: Johann Steinecker

Zwischen Bitterschokolade und Shakti-Matte

Lost in Yesterday ist eine Ballade mit einer besonderen Rhythmik, die den Song mit jedem Hören besser macht, weil es immer Neues zu entdecken gibt. Klassische Rockgitarrenriffs mit einer Prise Ethno-Funk begleiten die Stimme, ohne sich aufzudrängen. Die Lyrics behandeln wehmütig-süße Themen ohne zu konkret zu werden und funktionieren sowohl poetisch als auch lautmalerisch einwandfrei. Liebeslieder sind ja nur erträglich, wenn man selbst gerade verliebt ist – und wann ist man das schon? 

Ebenfalls Ohrwurmqualitäten besitzt der Song Penman, in dem die Gitarre von zielgerichteten Beats unterstützt wird und auch sonst sphärisch daherkommen darf. Trotzdem ist er nicht verplüscht oder verschmeichelnd, sondern weist durchaus Stacheln auf – wohltuende allerdings, wie eine Shakti-Matte, auf deren feinen Nadeln man sich nach kurzer Eingewöhnung herrlich entspannen kann.

Spätestens bei Carry a Dead Body manifestiert sich die anfängliche Assoziation mit Joan Armatrading endgültig. Funkig-jazzig, aber greifbar singt Eva hier ein Lied mit einem etwas absurden Text, der – anders, als der Titel vermuten lässt – eher anregend als traurig wirkt. Auch hier kann sich jede und jeder den eigenen Gedanken hingeben.

Der titelgebende Song Dance of Time beschließt das Album sophisticated und vollmundig, mit einem Hauch Soul. Verspielt-atmosphärische Riffs tanzen mit der Stimme ein Duett voller kleiner Schwenker, aber mit perfekt abgestimmter Choreografie. Ein perfekter Abschluss- und zugleich Abschiedssong, der große Lust auf ein Wiedersehen macht.

Eva Plankton Duo

Termine und Shop: https://www.evaplanktonduo.com/
Kritik: Eva Plankton Duo – Dance of Time

Eva Plankton (voc.), Peter Taucher (guit.) (Fotocredit: Julia Seiler