27 schnelle Fragen rund ums Leben

Innenansichten: Klaus Kastberger

Text: Sigrun Karre - 07.07.2026

Rubrik: Persönlichkeiten
Innenansichten: Klaus Kastberger

Fotocredit: Kulturzeitung Achtzig / Stephan Friesinger

Klaus Kastberger ist Universitätsprofessor und Leiter des Literaturhauses Graz. Für beide Jobs braucht er nur einen Schreibtisch, für gewisse Gäste eine leere Flasche gekühlten Wein. Nur eine Schlammschlacht aus den 80ern hängt ihm bis heute nach.

Was ist das Beste daran, wie Sie als Universitätsprofessor und Literaturhauschef tätig sein zu können?

Dass es dafür nur einen Schreibtisch braucht.

Was treibt Sie an?

Die Literatur der Gegenwart, speziell aus Österreich.

Was tun Sie morgens als Erstes?

Kaffee

Was steht bei Ihnen immer im Kühlschrank?

Eine leere Flasche Wein. Es könnte nämlich jemand kommen, der nichts trinkt. Scherz, musste sein, sorry.

Wem haben Sie zuletzt ein Kompliment gemacht? Wofür?

Der grandiosen Nachwuchsautorin Derya Uzun für ihr literarisches Talent.

Haben Sie ein persönliches Stilmerkmal?

Nicht immer nur schwarz, aber das eigentlich erst seit vier Monaten.

Welchen Ort haben Sie in letzter Zeit für sich entdeckt?

Die Mühlbacherhütte per Mountainbike, aber mit Strom.

Woran arbeiten Sie derzeit?

An der Beantwortung eines Fragebogens.

Haben Sie ein Reise-Ritual?

Immer überall viel zu früh sein.

Welches ist Ihr Lieblingsmuseum?

Am öftesten bin ich im mumok, am wohlsten fühle ich mich vor dem Mondfisch im Naturhistorischen Museum, ebenfalls in Wien – und an der Wand dort: der Heringskönig!

Wenn Ihnen plötzlich viel freie Zeit zur Verfügung stünde: Was würden Sie angehen?

Es würde mir wahrscheinlich unglaublich fad werden.

Wofür empfinden Sie große Dankbarkeit?

Für die, die mich lieben.

Was zu verlieren wäre für Sie das Schlimmste?

Das mag ich mir nicht ausmalen.

Wofür geben Sie unvernünftig viel Geld aus?

Essen gehen.

Welchem Genussmittel können Sie nicht widerstehen?

Gelato

Was würden Sie sagen, können Sie besonders gut?

Dinge groß machen.

Welchen Rat würden Sie ihrem jüngeren Ich Anfang 20 geben?

Bleib geduldig!

Was ist Ihnen völlig egal?

Der Neid der anderen, ich liebe ihn.

Ein Lebensprinzip?

Die Letten werden die Esten sein. (Erstes Wiener Heimorgelorchester)

Was macht eine Person schön?

Wenn sie sich mit sich wohlfühlt.

Haben Sie kleine Marotten, die Sie begleiten?

Ich rede am Gang mit mir selbst. Aber alle tun so, als würden sie das nicht merken.

Wovor haben Sie die größte Angst?

Dass wirklich nur noch Idioten an der Macht sind.

Worauf sind Sie stolz?

Auf meine Liebsten.

Ihre größte Niederlage?

Beim Schlammcatchen 1979 in Pinsdorf gegen den Wallner Ferdl verloren zu haben.

Was würden Sie tun, wenn es keine Furcht gäbe?

Eine erfinden.

Woran glauben Sie, woran Sie früher nicht geglaubt haben?

Dass es genug Hoffnung für alle gibt.

Ihre Traum-Gästeliste für ein Abendessen? Maximal fünf Leute!

Ingeborg Bachmann, Friederike Mayröcker, Helena Adler. Es wäre ein einzige Heulerei.

Warum sind Ihre Freunde Ihre Freunde?

Weil sie mich ertragen.

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger, geboren 1963 in Gmunden, ist Literaturwissenschaftler, Literaturkritiker und Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz. Seit 2015 leitet er das Literaturhaus Graz. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und lehrte an der Universität Wien, wo er sich 2004 habilitierte. Kastberger ist u. a. als Literaturkritiker für ORF, Die Presse und Falter tätig, kuratiert Ausstellungen, leitet Forschungsprojekte und ist Gesamtherausgeber der historisch-kritischen Ödön-von-Horváth-Ausgabe. Von 2015 bis 2026 war er Juror beim Ingeborg-Bachmann-Preis, 2024 bis 2026 als Juryvorsitzender.

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