Eine Impro-Sitcom in sechs Folgen – die ganze Wahrheit als Binge-Reading

Rückblick: Gas Toni – 2. Staffel, Theater im Bahnhof

Text: Robert Goessl - 30.12.2025

Rubrik: Theater
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Eine Firma in Partylaune (Fotocredit kuma)

Die zweite Staffel der Impro-Sitcom des Theaters im Bahnhof wurde an drei Abenden gezeigt, wobei es jeweils zwei ungefähr 45-minütige Folgen zu sehen gab. Das Thema der jeweiligen Folge holt man sich aus dem Publikum, irgendwo zwischen persönlicher und allgemeiner Wahrnehmung des Zustands der Welt. Es gibt auch immer den Lagerarbeiter Mike, der in jeder Folge eine andere Nationalität erhält, die ebenfalls vom Publikum gewählt wird. Und bei jeder zweiten Folge tritt auch ein Gast auf, der das Gesehene etwas aufmischt, wobei nach jeder Folge, wie bei einer Sitcom üblich, fast alles wieder auf null gestellt wird und sich daher die Handlung bis auf kleine Details nicht fortsetzt.

In dieser Staffel der Impro-Sitcom behielt das Theater im Bahnhof im Wesentlichen das Setting der ersten Staffel bei. Nur wird nun nicht mehr der exakte Ort des Geschehens genannt, man ist aus finanziellen Gründen in ein kleineres Büro umgezogen und hat sich auch von acht auf sechs Mitarbeiter verkleinert. Nach wie vor liegt allerdings der Patriarch der 1965 gegründeten Firma, Anton Meier, nach dem freudigen Schock über den Gewinn der FPÖ bei der letzten Nationalratswahl im Koma, und seine beiden Töchter Sabine und Astrid führen diese deutlich rechts der Mitte auch nach wie vor. Doch nachdem er, kurz bevor er das Bewusstsein verloren hatte, ursprünglich Sabine zu seiner Nachfolgerin ernannt hatte, geschah in jüngster Vergangenheit ein kleines Wunder. Er erwachte kurz aus dem Koma, rief seine beiden Töchter zu sich, erkundigte sich nach dem Zustand der Firma und bestimmte, dass ab jetzt beide zu gleichen Teilen die Firma führen sollten, bevor er wieder ins Koma fiel.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Die Büroräume der Firma in ihrer vollen Schönheit (Fotocredit kuma)

Der Cast:

Astrid Müller (Eva Hofer) ist die jüngere Tochter von Anton Meier, eine fleißige Arbeiterin mit leichten Tendenzen zum Partygirl, zugleich gibt sie auch eine Tradewife ohne große Hausarbeitsambitionen. Mit 15 Jahren in den Betrieb ihres Vaters eingetreten, hat sie alles von der Pike auf gelernt, ist auch verheiratet und hat einen Sohn und sogar zwei Enkelkinder. Leider ist ihre Schwiegertochter eine linkslinke woke Spinnerin, und so sieht sie diese nur sporadisch. Nachdem sie in der ersten Staffel sehr unter der Führung ihrer Schwester Sabine gelitten hat, erhofft sie sich nun mehr Mitsprache, doch gleich zu Beginn wird klar, dass ihre Schwester das Chefbüro weder mit ihr teilen noch an sie abtreten will, und so muss sie mit ihrem Laptop im Gemeinschaftsraum bleiben und dort ihre Arbeit verrichten. Eva Hofer spielt ihre Rolle sehr bestimmend, auch wenn ihr die letzte Konsequenz, sich mit ihrer Schwester um den ersten Platz in der Firma zu matchen, fehlt. Im Kampf um das Chefbüro gibt sie also schnell klein bei. Man merkt ihr daher auch den Widerspruch an, dass sie vom Vater einerseits beigebracht wurde, in der Firma eine starke Rolle zu spielen, sich aber andererseits als Frau unterzuordnen, den sie immer wieder zu überwinden versucht, indem sie nach unten auf vermeintlich Schwächere tritt, auch wenn da gelegentlich doch so etwas wie soziales Gewissen aufblitzt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Eva Hofer als Astrid Müller (Fotocredit kuma)

Sabine Meier (Monika Klengel), das „flotte Bienchen“ – sie selbst hasst diesen Spitznamen –, ist die älteste Tochter von Anton Meier und stilsicher – schließlich hat sie eine Ausbildung in der Modebranche absolviert und wurde als Quereinsteigerin ins kalte Wasser geworfen, wobei sie sich in der ersten Staffel mit einigen Aufs und Abs recht wacker geschlagen hat. Mit der nun geteilten Führungsrolle zusammen mit ihrer Schwester hat sie so ihre Schwierigkeiten und das ohnehin etwas angespannte Verhältnis zwischen den beiden wird dadurch auch nicht besser. Ist sie also doch nicht mehr Papas Liebling? Auf jeden Fall hat sie ein Gspusi mit Martin, dem Grafiker, liebt aber wohl die hölzerne Tiger-Skulptur in ihrem Büro, die sie zu ihrer Beruhigung immer streichelt, deutlich mehr als ihn. Monika Klengel zeigt sich in ihrer Führungsrolle stark und selbstbewusst, und schafft es auch immer wieder, ihre mangelnde Kompetenz zu überspielen, auch indem sie sich mit ihrem Charme auf elegante Weise von den anderen Hilfe holt. Genauso verteidigt sie auch ihr Chef-Büro, ohne dass dabei Zweifel aufkommen könnten. Ihre doch vorhandenen Selbstzweifel, die doch auch immer wieder kurz aufblitzen, behält sie bei sich oder bespricht sie mit ihrem komatösen Vater und kompensiert diese durch übertriebenes Alpha-Weibchen-Verhalten.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Monika Klengel als Sabine Meier (Fotocredit kuma)

Eszther Tóth (Juliette Eröd) ist die Seele und auch das Arbeitstier des Betriebs, und kam in diesen als Papas Liebhaberin, die er in Ungarn auf einer Gas-Messe aufgegabelt und gleich nach Graz mitgenommen hat. Sie ist manchmal etwas zwider und forsch, aber den Idealen ihres Gas-Tonis verpflichtet, und auch Bewunderin von Viktor Orbán. Immer wieder tauchen Verbindungen zu ihren ungarischen Verwandten auf, doch letztendlich ist ihr die Firma das Allerwichtigste. So hat sie in ihrem Schreibtisch alle möglichen Utensilien, um weiterhelfen zu können, inklusive Süßigkeiten und auch eine Flasche Likör, um im Zweifelsfall das Schlimmste verhindern zu können. Juliette Eröd ist in ihrer Rolle streng und kompromisslos gegenüber sich selbst und den anderen. Die Firma und ihre Arbeit sind der Mittelpunkt ihres Lebens, sie sieht es als ihre wesentliche Aufgabe, das Werk ihres Gas-Tonis um jeden Preis zu erhalten. Dabei ist sie auch zu fast jedem Opfer bereit, ohne dass sie wirklich von den Schwestern wertgeschätzt wird, weil diese mitunter zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Aber sie kann zumindest auf Martin herabblicken und ihn zurechtweisen, doch hat sie, wenn es wirklich kritisch wird, das Herz am rechten Fleck. Insgesamt ist da auch etwas Geheimnisvolles an ihr, was nicht nur an den Verbindungen liegt, die sie nach wie vor nach Ungarn hat, und denen niemand – außer dem im Koma liegenden Gas-Toni wirklich alles zu wissen scheint.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Juliette Eröd als Eszther Tóth (Fotocredit kuma)

Martin Leitner (Lorenz Kabas) ist Grafiker in Teilzeiteinstellung mit Vollzeiteinsatz in der Firma, und ein etwas schusseliger linker Softie, der neben dem Prospektdesign, der IT und dem Marketingauftritt auch sonst für alles Mögliche zuständig ist, von Hilfsarbeiten bis zum Liebhaben von Sabine. Im Grunde ist er ein unverbesserlicher Gutmensch, der weltanschaulich so gar nicht in die Firma passt, aber das Ganze liebgewonnen hat, ohne zu wissen, warum. Lorenz Kabas zeigt sich in seiner Rolle immer wieder verletzlich und kann, trotz des „rechten Grabens“ zwischen ihm und den drei Damen, nicht anders, als sich im Zweifelsfall ohne Rücksicht auf sich selbst für die Firma vorbehaltlos einzusetzen. Er ordnet sich, wenn es nicht anders geht, was meistens der Fall ist, einfach unter, und akzeptiert die Situation, auch wenn er immer wieder Anfälle von Bekehrungswahn hat, obwohl er weiß, dass das in dieser Firma zu nichts führt, und diese somit nur zu Wutanfällen werden, die achselzuckend von den anderen zur Kenntnis genommen werden.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Lorenz Kabas als Martin Leitner (Fotocredit kuma)

Mike (Jacob Banigan) ist der Lagerarbeiter und das Mädchen für alles im Betrieb und erhält in jeder Folge eine neue Nationalität, die er auch versucht, entsprechend zu verkörpern. Oft taucht er unvermittelt auf oder er wird zu Hilfsjobs herangezogen, wobei man ihm in den meisten Fällen spüren lässt, dass er der Ausländer in der Firma ist, und daher in der Betriebshierarchie auf natürliche Weise am unteren Ende steht – obwohl es gerade deswegen immer wieder in so manchem Vorurteilsbereich passiert, dass er in den Mittelpunkt gerät. Jacob Banigan gibt sich je nach Nationalität, von der er mehr oder weniger wieder Facetten in sein Spiel einfließen lässt, angepasst, mit dem Versuch, rustikal zu helfen, was nicht immer so ganz funktioniert. Damit wird er auch zur Projektionsfläche der anderen und deren Vorurteile, die er immer wieder aushebelt und damit in deren Lächerlichkeit darstellt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Jacob Banigan als Mike (Fotocredit kuma)

Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Mike stammt aus der Dominikanischen Republik und entgegen den Erwartungen, dass sich die neue 50-50-Kompetenzaufteilung zwischen Sabine und Astrid auch räumlich niederschlägt, gibt es nur ein kurzes Intermezzo bezüglich des Chef-Büros, das Sabine souverän verteidigt. Doch die finanzielle Situation ist angespannt, und Sabine wird mit einer unbezahlten Rechnung über Büromaterialien im Wert von 3500 € konfrontiert. Sie stößt in der Firma auf eine Wand des Schweigens. Insbesondere Eszther scheint ein Geheimnis zu haben, dessen Ursprünge in ihrer Vergangenheit mit dem im Koma befindlichen Patriarchen zu liegen scheinen. Die Sparmaßnahmen soll Martin zu spüren bekommen, der von Sabine von Teilzeit auf Geringfügigkeit herabgestuft werden soll. Auch sein mit großem Eifer gestalteter Weihnachtskalender wird eingespart. Da er mit der Kündigung droht, möchte ihm Astrid etwas unter die Arme greifen. Denn sie hat ihr Cabrio verkauft, um das Geld in die Firma zu stecken, dabei aber Sabine verschwiegen, dass sie die Hälfte des Kaufpreises in bar erhalten und für sich behalten hat. So verspricht sie Martin, ihm einen kleinen Teil davon abzugeben. Oder „quid pro quo“, wie es Martin in einer für alle unbekannten Sprache ausdrückt. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den Büromaterialien um Laptops handelt, die in Szeged in Ungarn bei einer von Eszthers acht Schwestern gelandet sind.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Eszther (Juliette Eröd) und Sabine (Monika Klengel) im ernsten Gespräch (Fotocredit kuma)

Nachdem der Auftragsmangel eklatant ist und die Reserven aufgebraucht sind, schickt Sabine Mike nach Ungarn, mit dem Auftrag, die Laptops wiederzubeschaffen und etwas Licht in die Affäre, um Eszthers dortige Aktivitäten zu bringen, was sich als etwas schwieriger als erwartet herausstellt, nachdem Mike erst die Adresse in Ungarn von Eszther herausfinden muss. Mike offenbart dabei, dass er so einige Verbindungen hätte und er so einiges besorgen und organisieren könnte, doch Sabine schreckt davor zurück, härtere Bandagen aufzuziehen. Nachdem sie in Kürze einen Orden des Landes Steiermark von ihrem Bekannten Mario erhalten soll, möchte sie die Korruption in der Firma auf ein vernünftiges und übliches Maß beschränken. Eszther wähnt die Firma auf hoher See in einem Ruderboot, das gegen die Wellen ankämpft und hilflos auf und ab wogt, aber noch nicht gekentert ist. Mike spendet ihr etwas Trost mit melancholischem Mundharmonikaspiel.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Mike (Jacob Banigan) tröstet Eszther (Juliette Eröd) musikalisch (Fotocredit kuma)

Nachdem die Aufforderung an die Kunden, bei Problemen selbst Hand anzulegen, auch nicht fruchtet, spricht sich Sabine ihr Leid vor dem Krankenbett ihres komatösen Vaters von der Seele und erzählt, dass ihr die Autorität in der Firma zunehmend entgleitet, und fleht ihn an, ihr irgendwie mitzuteilen, wo sich eine angeblich große Menge an Schwarzgeld befindet, denn Sabine hat den Verdacht, dass sich auch in Österreich bei der Firma so manches Schwarzgeldgeschäft ereignet hat. Doch beim Durchstöbern der Wohnung des Vaters findet Sabine nichts davon, was sie verwundert, denn seitdem sich der Vater im Koma befindet, scheint auch ein etwas mystischer Geldnachschub versiegt zu sein. Das einzig Brauchbare scheint ein unleserlicher Zettel von 1991 zu sein, der sich irgendwie auf Ungarn und Eszther bezieht. Nachdem Mike endlich die Adresse ihrer Schwester mühsam von Esther erfahren konnte, macht er sich auf den Weg nach Ungarn.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Astrid (Eva Hofer), Mike (Jacob Banigan) und Sabine (Monika Klengel)beim mehr oder weniger konzentrierten Arbeiten (Fotocredit kuma)

Sabine kann Martin davon überzeugen, dass er gegen Informationen wieder zum Teilzeitmitarbeiter werden könnte, und so zeigt er Sabine ein ungarisches Prospekt, das er gestaltet hat, in dem für Gas-Toni-Produkte geworben werden soll. Sogar einen eigenen Darknet-Account gibt es dafür. Eszther muss gestehen, dass es bereits seit 1991 als eine Art Firmenbeteiligung eine Vereinbarung mit dem Vater gab, parallel in Ungarn einen Schwarzmarkt aufzubauen, der von ihren Verwandten betrieben wurde. Sie bezeichnet das als „meine Anton-Anteile“ – eine private Abmachung mit ihrem Liebhaber. Aus Angst vor Konsequenzen flüchtet sie aus der Firma. Währenddessen flammt auch der Büro-Neid zwischen Astrid und Sabine immer wieder kurz auf, aber Sabine behält dabei immer die Oberhand, und auch bei der Übergabe von Astrids Barerlös des Autoverkaufs an Martin kommt sie dazwischen. Die 1200 € in einer Schachtel wecken sofort ihr Interesse, und Martins Ausrede, dass er nach der Arbeit als Straßenmusiker in Graz mit dem Firmenmaskottchen „Gasoline“ das Geld verdient haben soll, glaubt sie nicht – so muss ihr Astrid die Wahrheit gestehen, dass nicht das ganze Geld des Verkaufs ihres Cabrios in die Firma gesteckt hat.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Sabine (Monika Klengel) sieht in Martins (Lorenz Kabas) Schachtel die Lüge ihrer Schwester Astrid (Eva Hofer) (Fotocedit kuma)

Sabine beschließt, das Geld in eine Weihnachtsfeier zu investieren, bei der aber nur Martin und sie dabei sein sollen. Nachdem nun auch Mike zurück aus Ungarn ist und stolz 500.000 Forint samt den Laptops präsentiert, stellt sich heraus, dass 500.000 Forint nur 1300 € entsprechen, und so bleibt es beim Plan einer Weihnachtsfeier zu zweit. Auch Eszther kehrt reumütig zurück und gesteht, dass sie parallel immer für die beiden Firmen gearbeitet hat, auch wenn das Sabine und Astrid nie bemerkt haben. Sie will ab jetzt nur mehr für den Original-Gas-Toni in Graz arbeiten – auch weil es für sie sehr anstrengend war, zwei Jobs zu haben. Weil sich Sabine nicht von Astrid erweichen lässt, die Weihnachtsfeier für alle auszurichten, bekommt sie bei der obligatorischen Schluss-Schnaps-Runde ausnahmsweise einen doppelten.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 1: „Hohe Verschuldung“

Martin (Lorenz Kabas) rechnet Forint in Euro um (Fotocredit kuma)

Folge 2: „Dankbarkeit oder Geld ist keine Geschichte“

Mike stammt aus Griechenland und als Gästin tritt Pia Hierzegger als Elke, Tierschutzbeauftragte der Stadt Graz, auf. Sabine braucht wieder einmal Martins IT-Hilfe, die er ihr auch gerne gibt. Es scheint dabei ein klein wenig zwischen beiden zu funken. Währenddessen betet Eszther einen Rosenkranz, für den sie sich besonders viel Zeit nimmt. Doch irgendetwas muss im Lager passiert sein, denn ein Durchlauferhitzer, der für Herrn Waldhäusl gedacht ist, lässt sich dort nicht finden. Es stellt sich heraus, dass das Lager überfüllt war, und nachdem alle bereit sind, alles aus Dankbarkeit für die Firma zu geben, ist das ganze Zeug verteilt in Sabines und Astrids Garage und auf Eszthers Dachboden, wo er dann auch auftaucht. In dieser so harmonischen Atmosphäre fragt Martin Sabine, ob er seinen Hundewelpen „Prinzi“ in die Firma mitbringen darf. Alle sind davon begeistert und Martin und Sabine scheinen sich noch etwas näherzukommen. Im Überschwang geht ein Wortspielversuch, dass in der Wirtschaft zu viel ge(t)dankt, furchtbar schief, doch als dann Martin mit seinem blauschwarzen Hund „Prinzi“ erscheint, sind alle hin und weg von diesem süßen kleinen Hund, nur Eszther zeigt sich zickig, nachdem sie ihn nicht mit Alkohol-Pralinen füttern darf.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 2: „Dankbarkeit oder Geld ist keine Geschichte“

Astrid (Eva Hofer) und Eszther (Juliette Eröd) sind von "Prinzi" auf Martins (Lorenz Kabas) Arm begeistert (Fotocredit kuma)

Doch schnell kippt die Stimmung: Sabine berichtet ihrem komatösen Vater am Krankenbett, dass sich alles in der Firma nur noch um den Welpen dreht, und niemand mehr richtig arbeitet. Vor allem aber ist „Prinzi“ kein Schäferhund, und so mangelt es ihm auch an Disziplin – es ist eben alles eine Frage der Rasse – und so schadet eben dieser Hund der Leistung. Da taucht die Tierschutzbeauftragte der Stadt Graz, Elke, auf, um zu kontrollieren, ob die Büros auch hundegerecht sind. Eszther bezeichnet dabei den Hund in ihrer Gegenwart gleich einmal als „Scheißvieh“, was aufgrund so mancher Hinterlassenschaft „Prinzis“ durchaus wörtlich zu verstehen ist, wobei Mike sich ob des süßen Welpen nicht so sicher ist, und auch die Lagerarbeiter verdächtigt. Elke stellt bei ihrer Untersuchung der Büros fest, dass das Papier, das „Prinzi“ zu zerbeißen pflegt, nicht hundegerecht ist, und Martin so extra Hundepapier auf seine Kosten bestellen muss. Nachdem „Prinzi“ auch auf den Boden pisst, sieht Elke darin auch eine Gefährdung des Hundes durch mangelnde Hygiene und fordert auch einen neuen hundegerechten Boden für alle Büros. Außerdem stören sie die Laptops, die mit ihren Strahlen der Gesundheit des Hundes schaden können und deswegen mit speziellen strahlenhemmenden Hundegittern umgeben werden müssen. Zuletzt entfernt sie auch noch zusammen mit Martin die von Sabine so geliebte Holztiger-Skulptur aus deren Büro, wobei Martin zumindest verhindern kann, dass Elke diese zeitnah thermisch verwertet.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 2: „Dankbarkeit oder Geld ist keine Geschichte“

Eszther (Juliette Eröd) blickt mit Martin (Lorenz Kabas) auf "Prinzis" Hinterlassenschaften unter Aufsicht von Elke (Pia Hierzegger) (Fotocredit kuma)

Nachdem Elke fort ist, sind alle damit beschäftigt, „Prinzis“ Hinterlassenschaften aufzuwischen, während der Welpe selbst verschwunden zu sein scheint. Als Sabine bemerkt, dass ihr ihre Skulptur weg ist, bricht sie fast zusammen. Auch Astrid hat die Tiger-Entführung nicht mitbekommen oder gibt es zumindest vor, und tut, ob des Verschwindens, auch etwas verwundert. Sie tröstet ihre Schwester und bemerkt nebenbei, dass ihre Flucht vor dem strengen Geruch in der Firma ins Home-Office ihre Beziehung zu ihrem Mann belastet, da sie den Geruch nach Hundepisse nicht aus ihrer Kleidung herausbringt. Es muss also etwas geschehen, und so taucht Esther mit einer großen Schachtel auf einer Rollkarre auf, und auf die Frage, was sich in der Schachtel befindet, antwortet sie cool und bestimmt: „Noch nichts!“ Doch wo ist das Tier? Als Elke wieder auftaucht, meint auch sie, dass diese besondere schwarz-blaue Rasse sehr schwierig sei, und die Städte wie Graz nicht der richtige Lebensraum seien, denn diese Hunde fühlten sich am Land wesentlich wohler, und daher ländliche Gegenden deren natürlicher artgerechter schwarz-blauer Lebensraum wären. Martin findet seinen Hund, hält ihn auf seinem Arm und streichelt ihn liebevoll, doch sieht er letztendlich ein, dass er wegmuss, und so legt er ihn vorsichtig in Eszthers Schachtel, auch wenn ihm die Trennung sehr schwerfällt. Elke muss nun für die Stadt Graz einen Migrationsbericht verfassen, eine ihrer lästigen Pflichten als Tierschutzbeauftragte.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 2: „Dankbarkeit oder Geld ist keine Geschichte“

Sabine (Monika Klengel), Elke (Pia Hierzegger) und Eszther (Juliette Eröd) haben die Lösung für Martins (Lorenz Kabas) Welpen (Fotocredit kuma)

Astrid besucht ihren Vater im Krankenhaus, sie wird dabei sehr melancholisch und singt ihrem Papa Weihnachtslieder aus der Kindheit vor. Sie ist ihm dankbar für diese schöne Zeit und alles, was er für die Firma und die Familie getan hat. Doch irgendwie versteht sie, dass er in der jetzigen politischen Situation nicht aufwachen will. Dabei kommt sie auf die Idee, dass der Hund bei ihrem Vater im Krankenhaus gut aufgehoben sein könnte, und ihrem Papa dabei etwas Heimatgefühl vermitteln könnte. Tatsächlich gelingt es Elke, mithilfe des Gesundheitslandesrates, die Kulturagenden unter sich hat (wer auch immer das jetzt sein könnte …), den schwarzblauen „Prinzi“ dauerhaft zum Papa ins Krankenhaus zu bringen, während Martin noch immer die Böden in der Firma putzt, um endlich den Geruch aus den Büros zu bringen. Bei all der Aufregung hat Sabine um ein Haar vergessen, dass ihre geliebte Holztiger-Skulptur noch immer verschwunden ist, doch als es ihr wieder einfällt, fällt sie fast in Ohnmacht. Zum Glück bringt Elke zusammen mit Martin das Holztier zurück und es erhält wieder seinen angestammten Platz in Sabine Büro. Sie weicht sofort nicht mehr von seiner Seite, während alle anderen zusammen mit Elke bei einem Schnapserl feiern, dass es „Prinzi“ gut geht und Elke ohne Ausschreibung zur Chefin der Grazer Tierschutzbehörde ernannt wurde! Man beginnt sogar im Überschwang zu tanzen, kurz unterbrochen von einer Spinne, die bei Esther auftaucht, die zudem auch noch an einer Spinnenphobie leidet. Sie hasst einfach alle Tiere – doch auch da weiß Elke Rat und bietet ihr einen Workshop dagegen bei der Stadt Graz an.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 2: „Dankbarkeit oder Geld ist keine Geschichte“

Der ewige Kampf um die Tiger-Skulptur in Sabines (Monika Klengel) Büro (Fotocredit kuma)

Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Mike kommt aus Tennessee, USA, und die Firma muss nochmals in kleinere Büros umziehen. Und so manche Rechnungen konnten nicht bezahlt werden. Dazu erhält Astrid auch die Mitteilung, dass es heuer von Mensdorff-Pouilly kein Weihnachtsreh gibt, welches er jedes Jahr für den „Gas Toni“ und seine Familie in seinem Wald schießt oder sogar zum Schießen einlädt. Es gibt auch keinen Christbaum aus seinem Wald, wie es seit langer Zeit Tradition ist. Martin denkt darüber nach, die 25 Jahre alten Firmen-Polos neu zu designen, und Eszther ist mit ihrer Schwester in Szeged beschäftigt, die dort ein Secondhand-Geschäft betreibt. Sie selbst findet Secondhand grauslich und würde nie so etwas anziehen, weil man nicht weiß, wer da vorher was mit der Kleidung gemacht hat, während Martin auf Secondhand-Kleidung schwört. Als Astrid Sabine mitteilen möchte, dass es heuer keinen Christbaum und kein Weihnachtsreh von Mensdorff-Pouilly gibt, spürt man sofort, dass trotz der 50-50-Lösung in der 2. Staffel der Büroneid zwischen den Schwestern nach wie vor ein Thema ist.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Astrid (Eva Hofer) und Sabine diskutieren die Büro- und Hierarchieverhältnisse in der Firma (Fotocredit kuma)

Doch können sich die beiden dazu durchringen, gemeinsam in schönem Outfit Mensdorff-Pouilly zu bezirzen, da sie vorhaben, dieses von Prada zu bestellen, und, nachdem in der Firmenkasse Ebbe herrscht, es dann wieder zurückzuschicken. Nachdem überraschend auch mal eine Rechnung von einem Kunden bezahlt wird, lässt sich Sabine davon überzeugen, neue Firmen-Pols aus China, die in Bangladesch gefertigt werden, über Australien zu bestellen. Mit Mike, der offensichtlich schwarz angestellt ist, gibt es ein Problem, da er im Deutschkurs versagt hat, und man so keine offizielle Arbeitsgenehmigung für ihn erhalten kann, obwohl gar nicht mal so sicher ist, ob man das auch will. Er wird von Sabine dazu beauftragt, die Prada-Sachen von der Post abzuholen, während es auch zwischen Astrid und Martin zur unvermeidlichen Diskussion bezüglich Secondhand-Kleidung kommt. Nach anfänglicher Skepsis von Astrids Seite, sieht sie auf Fotos aus dem Volkshaus einen alten Militärmantel samt einschlägigem Orden, und so stimmt sie zu, dass Martin die alten Firmen-Polos zur Wiederverwertung dorthin bringen kann, wenn er ihr diesen Mantel als Weihnachtsgeschenk für ihren Mann besorgt. Da der Orden vermutlich unter das Verbotsgesetz fällt, weigert sich Martin zunächst standhaft und fordert zuerst die Überweisung des bereits fälligen Weihnachtsgeldes, bevor er über seinen Schatten springt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Martin (Lorenz Kabas) und Astrid (Eva Hofer) in Secondhand-Diskussion (Fotocredit kuma)

Bei einem Besuch im Krankenhaus bei ihrem Vater redet Sabine sich ihre Probleme in der Firma von der Seele. Vor allem macht ihr ihre mangelnde Stärke Sorgen, denn sie ärgert sich, dass sie trotz finanzieller Probleme den neuen Poloshirts für die Firma zugestimmt hat. Auch vermisst sie bei sich die Härte im Hinblick auf Weihnachtsgeld, das der Vater offensichtlich aus unbekannter Quelle schwarz ausgezahlt hat. Immerhin hatte sie einen netten Abend beim Punschttrinken mit der Burschenschaft Germania. Doch sehnt sie sich nach den alten Zeiten und Weihnachten mit dem Papa zurück. Unterdessen zeigt Astrid Stärke, denn sie meint, dass Mike ohnehin keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld hat, und verspricht Martin, dass er nächste Woche sein Weihnachtsgeld bekommt, hauptsächlich, weil sie den Mantel von ihm will. Tatsächlich bringt Martin der begeisterten Astrid diesen, doch während Astrid dies als Liebesbeweis für sie und die Firma sieht, sagt ihr Martin klipp und klar, dass es dabei nur um puren Eigennutz ging, weil er dringend das Weihnachtsgeld braucht. Auch Sabine interessiert sich für den Mantel aus den 30er Jahren. Mike kommt wieder einmal von der Post und bringt die neuen Firmen-Polos und das geschossene Reh – das Bezirzen der beiden Schwestern war also offensichtlich erfolgreich – und Mike kann dann gleich die Prada-Sachen wieder zurückschicken. Es soll auch das Reh im Lager aufhängen, damit Astrid es dann ausweiden kann, aber er scheint mit dem toten Tier so seine Probleme zu haben, während Martin bei dessen Anblick sogar speiben muss.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Der Hirsch ist zurück zum Ekel von Eszther (Juiliette Eröd) und Martin (Lorenz Kabas) und der Freude von Astrid (Fotocredit kuma)

Doch es fehlt noch immer der Christbaum für Weihnachten. Und so überredet Astrid Mike, einen vom Wald des Nachbarn in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu stehlen, was trotz großer Angst von Mike durch Astrids Mut gelingt. Währenddessen tritt Eszther in Kontakt mit ihrer Schwester, der sie 150 Stück von den neuen Firmenpolos verspricht, zu einem guten Preis – 1,30 € pro Stück nach harter Verhandlung –, also für so ungefähr insgesamt 200 € –, schließlich sind 200 Stück für die Firma ohnehin zu viel. Aufgrund der dünnen Wände im neuen Büro hört Sabine mit und stellt Eszther zur Rede. Nachdem aber die Shirts nur 30 Cent im Einkauf kosten, und der Gewinn – Eszther hat keine Wahl – nun doch der Firma zugutekommen soll, einigt man sich darauf, das Geschäft einfach durchzuziehen. Eszther muss aber auch versprechen, derartige Privatgeschäfte in Zukunft zu unterlassen. Trotzdem fettet das die Firmenkasse nicht genügend auf, und so beschließen die zwei Schwestern, dass Mike und Martin sicher kein Weihnachtsgeld erhalten, Eszther selbstverständlich schon. Astrid liebäugelt damit, dass sie das Reh sowie auch den gestohlenen Christbaum lieber privat für die Weihnachtsfeier mit ihrer Familie haben möchte. Martin reicht es und er besucht seinen ehemaligen Chef im Krankenhaus. Er klagt, dass er vollkommen das Vertrauen in die Firma verloren hat, weil sich alles nur noch um Anziehsachen dreht. Er fühlt sich dabei auch ein wenig schuldig, nachdem seine Idee der neuen Firmen-Polos der Auslöser für das Ganze war. Wenn er es sich leisten könnte, hätte er längst gekündigt. Nicht einmal den Weihnachtshunderter, den es sonst immer vom Chef unter der Hand gab, hat er dieses Jahr bekommen.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Die Firma beim regen Textilhandel (Fotocredit kuma)

Unterdessen herrscht reger Handel: Es werden Leggings nach Ungarn geschickt, Unterhosen zurück nach China und der Militärmantel scheint auch in den Kleidermassen des Lagers verschwunden zu sein, und man bereut auch, dass vom Nachbarn nur ein Christbaum gestohlen wurde, wobei sich Astrid auf die Feigheit von Mike ausredet. Dieser muss gestehen, dass er fälschlicherweise das Reh und nicht die Prada-Sachen zu Amazon zurückgeschickt hat. Man hat also nun kein Fleisch und keinen Christbaum für die Firmenweihnachtsfeier. Kurz wird angedacht, einen Tausch Bademäntel gegen billige Christbäume mit Eszthers Schwester zu machen, doch das scheint nicht zu funktionieren. Aber da kommt die Idee auf, einen Christbaum aus Gewand zu fertigen, nachdem es davon in der Firma mehr als genug gibt. Eszther findet noch einen Krapfen aus dem vorigen Fasching, und Martin findet doch noch den Mantel und gibt ihn Astrid, auch wenn er dabei vollkommen fertig ist. Auch das Reh kommt von Amazon zurück, wenn auch etwas vergammelt, so muss Martin wieder speiben. Dennoch kommt es zur Firmenweihnachtsfeier: Eszther schneidet den Krapfen in 6 Teile und Sabine dreht sich mit ihrem grünen Kleid und wird so zu einem Christbaum.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 3: „Textilmüll und Secondhand“

Die Firmenweihnachtsfeier mit Sabine (Monika Klengel) als Christbaum (Fotocredit kuma)

Folge 4: „Romantische Vorfreude“

Mike kommt aus Island und als Gast schlüpft Helmut Köpping in die Rolle des unbekannten Halbbruders Hubert, der ein herzensguter Mensch ist, auch wenn er zu jähzornigen Ausbrüchen neigt. Aber grundsätzlich herrscht am Anfang einfach nur gute Stimmung in der Firma. Astrid und Sabine überlegen unabhängig voneinander, was sie einander zu Weihnachten schenken könnten. Beide wollen sie einander eine besondere Freude machen. Während Astrid sich nicht entscheiden kann, beschließt Sabine, ihrer Schwester einen Badminton-Gutschein zu schenken, den sie auch sofort bestellt. Eszther ist verliebt, zwar nur auf Parship, aber sehr intensiv. Sie träumt von ihrem neuen Freund Reinhard, gemeinsamen Ausfahrten auf seinem Motorrad und einer Reise nach Teneriffa, wo er ein Haus besitzen soll. Da jedoch seine Mutter krank ist, braucht er etwas finanzielle Hilfe. Als sie Martin davon erzählt, ist dieser sofort sehr skeptisch und warnt Eszther vor einem möglichen Betrug, was sie überhaupt nicht glauben kann. Obwohl – ein wenig Geld hat sie ihm schon überwiesen. Und irgendwie scheint es auch, dass sie Reinhard auch etwas an ihren Gas-Toni erinnert, weil es da die ein oder andere Gemeinsamkeit gibt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 4: „Romantische Vorfreude“

Eszther (Julliette Eröd) erzählt Martin (Lorenz Kabas) von ihrer neuen Flamme Reinhard (Fotocredit kuma)

In einem Gespräch der beiden Schwestern beim Rauchen am Fenster verrät Sabine Astrid unabsichtlich ihr Weihnachtsgeschenk, was sie sehr ärgert. Astrid zeigt sich etwas enttäuscht, da sie etwas Jagdliches oder zumindest etwas, das mit Schießen zu tun hat, gewünscht hat. Martin sucht auch das Gespräch mit Sabine, um ihr seine Sorgen bezüglich Eszther und das Love-Scamming mitzuteilen. Dabei redet sie sich sofort in Rage und wirft mit rassistischen Stereotypen um sich. Eszther besucht ihrerseits den Gas-Toni im Krankenhaus und beichtet ihm ihre neue Liebe. Sie schwört, dass sie ihm bis jetzt treu war, aber dass sie nun die vom Gas-Toni versprochene Reise nach Teneriffa mit ihrem neuen Freund machen will. Sie erzählt auch, dass sie von der gemeinsamen geheimen Kasse 3.000 € von 16.000 € abgezweigt hat, um ihrem neuen Freund wegen seiner kranken Mutter zu helfen.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 4: „Romantische Vorfreude“

Sabine (Monika Klengel) und Astrid (Eva Hofer) beim zwanglosen Gespräch über Weihnachtsgeschenke (Fotocredit kuma)

Vorsichtig taucht Hubert in der Firma auf der Suche nach seinen beiden Halbschwestern auf, und trifft zunächst auf Eszther, die ihn abwimmeln versucht. Da Hubert zu Jähzorn neigt und sich auch Eszther von ihrer strengen Seite zeigt, wird das Gespräch unvermittelt heftig, worauf sich auch Mike einmischt. Hubert schafft es dennoch, sich zu Astrid durchzukämpfen, und eröffnet ihr, dass er ihr Halbbruder ist, als das Ergebnis einer Liaison ihres Vaters mit einer Gleisdorfer Radioverkäuferin. Besonders seine weißen Haare erinnern Astrid an ihren Papa, auch wenn sie ihm zunächst nicht glaubt. Dabei kann Hubert sogar einen Gentest vorweisen, und er erinnert sie auch an einen Besuch ihrer Mutter bei einer Feier in vergangenen Zeiten, bei der er im Kinderwagen lag. Immer wieder wird Hubert dabei etwas zu laut, doch scheinen sich die beiden ein wenig näherzukommen. Sabine möchte unterdessen den Badminton-Gutschein zurückgeben und ist weiter auf der Suche nach einem idealen Geschenk für ihre Schwester. Als Hubert dazukommt, kommt es zu einer Verwechslung, da Sabine ihn für den Love-Scammer Reinhard hält. Wieder wird es von beiden Seiten her ziemlich laut – Jähzorn scheint in den Genen des Vaters zu liegen und so sperrt Mike Hubert ins Lager.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 4: „Romantische Vorfreude“

Mike (Jacob Banigan) sperrt Hubert (Helmut Köpping) auf Sabines (Monika Klengel) Anweisung ins Lager (Fotocredit kuma)

Martin wird zunehmend verzweifelter, da Eszther nach wie vor Geld an Reinhard überweist – mittlerweile ist die geheime Kasse auch schon leer. Auch kommt es zu einem Konflikt mit Astrid, nachdem diese feststellt, dass Eszther nicht mehr ehrfürchtig auf das Bild ihres Vaters auf ihrem Schreibtisch blickt. Stattdessen scheint es einen regen Nacktfoto-Austausch zwischen Eszther und Reinhart zu geben – Eszther zeigt diese Fotos irrtümlich Martin und Astrid. Diese ist weniger wegen der Fotos und der Überweisungen an Reinhard enttäuscht, sondern hauptsächlich, weil Eszther sich als untreu ihrem Vater gegenüber erweist. Aber ihren neuen Halbruder gewinnt sie lieb, sie sieht in ihm die Züge ihres Vaters, und da er eindeutig kein Geld von der Firma will, sondern einfach nur seine Familie kennenlernen möchte, hat sie die Idee, ihre Schwester zu Weihnachten mit einem neuen lieben Halbbruder zu überraschen. Sie denkt auch darüber nach, ihm als nette Geste 15.000 € von der geheimen Kasse zu schenken. Sabine ist allerdings noch immer davon überzeugt, dass Hubert der Love-Scammer ist, und nachdem ihn Mike aus dem Lager in Sabines Büro führt, kommt es zunächst erneut zu einem Eklat. Außerdem zweifelt Hubert an Mikes Herkunft, er hält ihn eher für einen Spanier. Nach und nach, auch wegen seiner schönen weißen Haare, die auch Sabine an ihren Vater erinnern, beginnt sie Hubert zu glauben. Doch aus Ratlosigkeit, wie sie mit der Situation umgehen soll, fragt sie zunächst ChatGPT und flüchtet dann aus der Firma.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 4: „Romantische Vorfreude“

Eszther (Juliette Eröd) an der Seite der trauten Geschwister Astrid (Eva Hofer), Hubert (Helmut Köpping) und Sabine (Monika Klengel) (Fotocredit kuma)

Eszther überweist weiter Geld an Reinhard und versucht sogar Mike, um Geld anzuschnorren. Als er versucht, ihr die offensichtliche Wahrheit über den Betrüger Reinhard zu sagen, endet das für ihn mit einer Ohrfeige. Astrids Begeisterung über ihren neuen Halbbruder kennt fast keine Grenzen mehr, denn endlich gibt es wieder einen Mann in der Familie. Und auch versteht sie ihren potenten Vater. Schließlich ging die Mutter nach der Geburt der beiden Töchter etwas in die Breite und hat sich auch zu wenig um ihren Vater gekümmert. Als sich alle beim Rauchen im Sozialraum treffen, ist Eszther enttäuscht: Sie hat 127.000 Euro Schulden und muss wahrscheinlich ihre Wohnung verkaufen, und Sabine schließt daraus, dass die „geheime“ Kasse, von der offensichtlich nicht nur die Schwestern, sondern auch Mike und Martin wissen, mittlerweile leer ist, was sie überraschenderweise mit Fassung trägt. Mit etwas Mühe lässt sich Eszther von allen davon überzeugen, dass sie auf einen Betrüger hereingefallen ist, und bei der Vorstellung, wer der Betrüger sein könnte, übertreffen sich Sabine und Astrid in rassistischen Vorstellungen, was Martin zur Weißglut bringt. Auch Sabine kommt auf die Idee, ihrer Schwester den Halbbruder als Weihnachtsüberraschung zu schenken. Indessen löscht Martin für Eszther das Parship-Profil und verspricht ihr auch, mit seinen IT-Möglichkeiten den Betrüger ausfindig zu machen. Nachdem sich herausstellt, dass Hubert von seiner Mutter ein Radio-Geschäftsimperium übernommen hat, denkt man sogar an eine familiäre Fusion der beiden Firmen. Doch im Vordergrund steht zunächst einmal die Freude über das neue Familienmitglied, über den gemeinsamen Jähzorn und ein wunderbares Weihnachtsfest. Auch wenn Hubert noch immer daran zweifelt, dass Mike aus Island stammt. Und auch Eszther gewinnt Hubert lieb, vor allem erinnern sie seine schönen weißen Haare an ihren Gas-Toni …
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Die Firma vereint in Dankbarkeit (Fotocredit kuma)

Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Mike ist aus Frankreich und scheint unfassbar beliebt bei jedem zu sein. Doch gleich zu Anfang erzählt Astrid, dass sie soeben per SMS erfahren hat, dass ihre Schwester Sabine krank ist und sie daher heute nicht ins Büro kommen wird, und besetzt danach gleich entschlossen das Büro ihrer Schwester, obwohl sie in der Folge das Machtvakuum nicht so wirklich auszufüllen vermag. Eszther berichtet ihr, dass der Zustand der Firma katastrophal ist, aber dass man nicht darüber sprechen darf, denn es gibt mehr und mehr offene Rechnungen, und weil krankheitsbedingt auch noch Marcel vom Wartungsteam ausfällt, werden Wartungstermine von Gasthermen wegen Personalmangels von vor Weihnachten auf Februar an das Ende der Heizsaison verschoben. Da macht vor allem der Kunde Kowatsch Probleme, der sich sehr frech und unfreundlich gegenüber Eszther am Telefon benimmt. Da er aber weitreichende Verbindungen hat, wollen sich Astrid und Eszther gemeinsam an dessen Gastherme versuchen und beauftragen Mike mit der Werkzeugsuche. Martin denkt währenddessen daran, als Marketing-Aktion mit unbrauchbaren Restbeständen aus dem Lager Osterkörbe zu gestalten, um diese groß ins neue Prospekt zu bringen, was Mike etwas verwirrt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Astrid (Eva Hofer) und Eszther (Juliette Eröd) nehmen sich des Problems "Kowatsch" an (Fotocredit kuma)

Zu zweit begeben sich Astrid und Mike zu Herrn Kowatsch, um dessen Gastherme zu warten. Martin tröstet sich unterdessen mit Glückskeksen und findet den Spruch: „Oft muss man von einem Menschen weggehen, um ihn zu finden“, während Astrid die von Sabine so geliebte Tigerskulptur aus nunmehr ihrem Büro ins Lager verbannt. Mike wundert sich, warum Martin keine Weihnachtskörbe, sondern Osterkörbe gestalten möchte, und verdreht dabei Martin den Kopf – er erliegt seinem französischen Charme. Eszther wünscht sich für die Stammkunden kleine Weihnachtsbäumchen mit Mon Chéris, doch ein wütender Anruf von Herrn Kowatsch beendet das Weihnachtsgeplänkel. Er ist äußerst unzufrieden, denn Mike hat alles schmutzig hinterlassen und zudem funktioniert die Heizung nicht mehr und auch sein Wasser bleibt kalt. Eszther will die Sache in die Hand nehmen, aber sie wird zunächst sehr laut zu Mike und fordert ihn auf, damit aufzuhören, Martin den Kopf zu verdrehen. Der fühlt sich vollkommen unschuldig. Außerdem stellt sie ihn wegen der Wartung bei Herrn Kowatsch zur Rede und meint, er solle unbedingt nochmals dorthin. Mangels Alternativen kommt man auch auf die Idee, dass Herr Kowatsch den kranken Marcel anrufen und die Wartung mit seinen telefonischen Tipps selbst durchführen könnte.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Eszther (Juliette Eröd) schaut skeptisch zu, wie Mike (Jacob Banigan) Martin (Lorenz Kabas) den Kopf verdreht (Fotocredit kuma)

Astrid macht sich Gedanken um die Weihnachtsdekoration im Büro. Vor allem fehlen ihr die Kugeln auf dem Weihnachtsbaum, die sind aber bei Sabine auf dem Dachboden. Als Martin den Gas-Toni im Krankenhaus besucht, berichtet er ihm von seinem gefühlsmäßigen Dilemma und wirkt dabei mehr verwirrt als verliebt. Auch Astrid gerät zunehmend in den Bann von Mike, der dabei immer unschuldig wirkt, als würden ihn ohne sein Zutun Menschen einfach anziehend finden. Sie berichtet von geheimen Wünschen, denn ihr Mann zu Hause ist einfach nur mehr fad und schläft vor dem Fernseher ein. Dabei will sie auf ein Konzert oder ein tolles Volkstheaterstück gehen, worauf Eszther und Mike ihr empfehlen, um der Liebe einen neuen Glanz zu verleihen, ein Date mit ihrem Mann zu arrangieren, was Astrid sprachlich nicht verträgt, und so stellt man fest, dass „Date“ auf Deutsch „Rendezvous“ heißt. Martin trällert verliebt ein französisches Lied, auf das Eszther mit einem marschartigen ungarischen Lied emotional antwortet.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Mike (Jacob Banigan) und Astrid (Eva Hofer) im liebevollen Geplänkel (Fotocredit kuma)

Es fliegen nur mehr Zettel durch die Gegend, und niemand außer Eszther arbeitet mehr, sie führt quasi die Firma alleine und war sogar mit Herrn Kowatsch etwas trinken, um ihn bei Laune zu halten. Es kommt zu einem kleinen Wortgefecht zwischen Astrid und Eszther bezüglich Mike, aber Astrid beruhigt sich gleich wieder, denn Eszthers Arbeitskraft ist zu wichtig, um es sich mit ihr zu verscherzen. Am Ende wünscht sich Astrid von Eszther, dass sie für sie ein Zimmer in einem Kuschelhotel reserviert. Ob sie dort mit ihrem Mann oder mit Mike hinwill, ist dabei nicht so klar. Martin flirtet immer mehr mit Mike, der zwar mitmacht und es irgendwie unschuldig zu genießen scheint oder einfach nur mitspielt, wobei beide die Arbeit vollkommen vergessen, während sich bei Eszther die Überstunden häufen. Beim Rauchen treffen sich Martin, Eszther und Astrid, und während Eszther trotz ihres Stresses Martins Gefühle doch etwas nachvollziehen kann, regt sich Astrid über dessen schwule Seite massiv mit den Worten: „Er soll einen Touchscreen berühren, etwas anderes Männliches zu berühren, ist nicht normal.“ Sie flüchtet vor der Situation zu ihrem Papa ins Krankenhaus und berichtet ihm, dass sie sich nun ohne Sabine wie früher breitmachen kann. Sie beschwert sich zwar sehr über Martins Verhalten, aber erzählt auch, dass sie ebenfalls geheime Wünsche hat. Vor allem glaubt sie, dass Papa sie viel lieber hat als ihre Schwester und sie sich viel besser auskennt, und fragt ihn, obwohl er nach wie vor im Koma liegt, warum er das nie ausgesprochen hat. Sie beginnt zu schwärmen von ihren Wünschen wie einer Löwengroßwildjagd im Gegensatz zur langweiligen Tiger- oder doch Löwen-Skulptur ihrer Schwester und träumt auch von französischen Liebesfilmen. Sie vermutet auch, dass die Krankheit ihrer Schwester nur eine Lüge ist, und diese sich wahrscheinlich nur ein paar freie, unbeschwerte Tage auf Kosten der Firma gönnt.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Mike (Jacob Banigan) entfernt den Tiger aus Astrids (Eva Hofer) Büro (Fotocredit kuma)

Eszther wird wegen ihres Stresses krank, arbeitet aber weiter voll am Anschlag. Sie versendet wie wahnsinnig Pakete und hat sogar mit Herrn Kowatsch geflirtet, um ihn zu beruhigen. Doch letztendlich war es Martin, der auch mit Herrn Kowatsch einen Glühwein trinken war, nachdem er mit Fachkenntnis und Charme alles wieder bei ihm in Ordnung gebracht und damit aus einem unzufriedenen Kunden einen Freund gemacht hat. Sich trotzdem schuldig fühlend, möchte Martin Eszther Arbeit abnehmen und gesteht dabei auch, dass er von Mike enttäuscht ist. So landet er in einer Art Therapiestunde weinend auf Eszthers Schoß, die mit Schnaps endet, wobei Eszther den Schnaps wieder ausspuckt. Sie beschließt nun, hustend alles stehen und liegenzulassen, und einfach nach Hause zu gehen, um sich auszuruhen. Während sich alle anderen rund um ihren Schreibtisch versammeln, stößt Astrid nicht zur Gemeinschaft, sondern bleibt alleine in ihrem, also Sabines ehemaligen, Büro und scheint das zu genießen, obwohl sie dabei immer wieder nur hin und her hastet.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 5: „Unerfüllte Wünsche oder was soll man schenken?“

Martin (Lorenz Kabas) weint sich bei Eszther (Juliette Eröd) aus (Fotocredit kuma)

Folge 6: „Schaurig“

Mike ist aus Albanien und als Gästin erscheint Elisabeth Holzmeister, vom Sternzeichen her Löwe, als Eszthers etwas laute und eitle Bekannte mit okkultem Hintergrund. Astrid scheint es zu Anfang nicht gutzugehen. Nachdem Sabine noch immer abwesend ist, und sie also nach wie vor in ihrem Büro residiert, bildet sie sich ein, dass die Tiger-Skulptur nach ihr schnappen wollte. Martin folgt ihr in ihr Büro, um sich das Ganze anzuschauen, bemerkt aber rein gar nichts und hält Astrid für verrückt. Daraufhin berichtet Martin Eszther, dass er sich um Sorgen und Astrid macht. Er meint, sie sei überfordert und deswegen wahnsinnig und auch größenwahnsinnig geworden. Beide beschließen, vorerst einmal alles im Betrieb zu übernehmen, und Astrid nur mit Belanglosigkeiten zu beschäftigen. Also schickt Martin sie zum Sortieren von Süßigkeiten für PackerIn, die den Kunden als kleine Aufmerksamkeit zukommen sollen.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Astrid (Eva Hofer) hat Angst vor der Tiger-Skulptur, die Martin (Lorenz Kabas) untersucht (Fotocredit kuma)

Mike hantiert mit einem Sack herum, den er auf einer Sackkarre quer durchs Büro schiebt. Das scheint Astrid noch mehr zu verwirren, denn sie vermutet eine Leiche im Sack und ist sich sicher, dass es im Büro spukt. Und so sucht sie sich aus dem Internet eine Nummer einer esoterischen Gemeinschaft, von der sie sich erhofft, dass sie einen Bannkreis in ihrem Büro errichten kann. Mike, dessen Blick zunehmend verzweifelt angestrengt wirkt, marschiert unterdessen mit einer Axt im Büro auf und ab. Es wirkt dabei etwas unentschlossen, was ihn auch ein wenig unheimlich erscheinen lässt. Auch scheinen aus dem Sack im Lager Geräusche zu kommen, die Astrid noch mehr Angst machen. Und nachdem Mike ja aus Albanien stammt, und ihr Vater ihr schon als Kind beigebracht hat, dass aus dem Osten nichts Gutes kommt, sieht sie in Mike eine Art Dämon, auch weil dieser auf Nachfrage meint, er habe die Axt nur bei sich, um etwas kleiner zu machen. Noch mehr Sorgen macht ihr, dass sie die Ursache der Geräusche aus dem Lager nicht ergründen kann. Eszther, auf der zunehmend die absurde Situation lastet, besucht ihren Gas-Toni im Krankenhaus und berichtet ihm, dass es gar nicht mehr lustig im Betrieb ist und Astrid zunächst durchgeknallt wirkt. Auch Mike wird für sie zunehmend unheimlich. Sie glaubt, dass er Äxte und andere Hieb- und Stichwaffen im Lager hortet. Immerhin scheint Martin, mit dem sie im Moment die Firma zu zweit wirft, noch verlässlich zu sein.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

MIke (Jacob Banigan) bei der Arbeit, während Eszther (Juliette Eröd) Astrid (Eva Hofer) zu beruhigen versucht (Fotocrdit kuma)

Elisabeth Holmeister erscheint als Annemarie Pucher und will zu Eszther, mit der sie zusammen in einem Séance-Zirkel ist, und von der sie weiß, dass sie geheimnisvolle Fähigkeiten hat. Dabei sieht man ihr den selbstbewussten Vamp an, und sie gibt sich keine Mühe, ihre Souveränität zu verstecken. Man denkt gemeinsam darüber nach, die Firma auszuräuchern, nachdem auch schon ein entsprechender Geruch in der Luft liegt. Insgesamt zeigt sich Eszther aber doch etwas distanziert ihr gegenüber. Unterdessen scheint Mike an einem Projekt zu arbeiten, er schleicht immer geheimnisvoller durch die Firma, und als Astrid ins Lager geht, und dort nichts findet – nicht einmal Alufolie –, macht sie sich einen Zeitungs-Hut, der auch die Strahlen von ihrem Laptop abschirmen soll. Annemarie untersucht Martins Sessel. Sie scheint da etwas Besonderes zu spüren, währenddessen aus dem Lager Klopfgeräusche zu hören sind. Man vermutet Dracula im Lager, oder einen Poltergeist, oder auch, dass der Papa durch die Firma spukt. Vielleicht möchte auch die noch immer abwendende Sabine Unheil über die Firma bringen.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Ein ganz normaler Arbeitstag für Martin fühlt sich für Mike (Jacob Banigan) und Astrid (Eva Hofer) etwas anders an (Fotocredit kuma)

Letzteres vermutet Eszther, nachdem sie von einem Schrei aufgeschreckt aus dem Lager stürmt. Sie vermutet nun auch Übersinnliches im Lager und abseits von Astrids Büro, vor allem da schon seit längerer Zeit keine Anrufe mehr die Firma zu erreichen scheinen. Das Rätsel mit den ausbleibenden Anrufen kann Martin aber lösen, nachdem er bemerkt, dass nur das Telefonkabel ausgesteckt ist. Mike wandert unentschlossen mit verschiedenen Dingen durch die Firma, während sich Annemarie in Astrids Büro wagt und ihren Sessel und die Tiger-Skulptur untersucht. Sie zieht der Skulptur ihre Jacke an und vollzieht ein Ritual. Eszther merkt sofort, dass die magischen Taten ihrer Freundin Wirkung zeigen, aber da das Verhältnis zwischen Annemarie und Eszther doch etwas schwierig zu sein scheint, kommt es zu einem Streit zwischen den beiden. Eszther will, dass ihr Geheimnis bewahrt werden soll und das Ganze in der Firma nichts verloren hat, und so verlässt Annemarie wütend das Büro, nicht ohne zuvor mitzuteilen, dass sie in Martin etwas Besonderes sieht, der aber auf ihre Versuche nicht weiter eingeht, und einen Termin für eine Sitzung mit ihr verweigert.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Annemarie (Eva Holzmeister) beim Entzaubern des Tigers (Fotocredit kuma)

Beim gemeinsamen Rauchen am Fenster merkt man schnell, dass es Astrid wieder besser geht, denn die Verrückte scheint sich mit dem „Löwen“ im Büro verbunden zu sein, und den Bann gelöst zu haben, obwohl sie meint, beim Rauchen rieche es so wie im Volksgarten, also nach edlen, selbst angebauten Kräutern. Dennoch scheint es, als hätte Eszthers Freundin sie erlöst. Während Annemarie nun auch auf Eszthers Sessel Platz nimmt, und ihr einen Ring überreichen möchte, um ein weiteres Ritual durchzuführen, erscheint Mike in einem absurden, zotteligen Kostüm und gibt zu, im Lager eine Äxtesammlung zu haben – es ist einfach ein Hobby für ihn, denn Äxte kann man für so gut wie alle Projekte gebrauchen. Er berichtet auch, dass er eine Überraschung für alle im Lager hat, an der er hart gearbeitet hat. Martin ist von dem Ganzen so mitgenommen, dass er sich einfach nur lautstark ein paar Sekunden Ruhe wünscht. Als Astrid Papa im Krankenhaus besucht, erzählt sie ihm, dass sie sich so leer fühlt, und dass sie ihn nicht mehr im Büro spürt, wenn sie auf sein Bild blickt. Vor allem aber spürt sie auch nicht das Bankkonto mit dem ganz vielen Geld, und hört stattdessen nur Geräusche. Er könnte ihr ja ein Zeichen geben, wo das Geld verborgen sein könnte im Lager. Vielleicht war ja das die Ursache der von ihr gehörten Stimmen im Büro, doch bevor sie ihm in eine andere Welt folgen will, beschließt sie doch wieder, an die Realität anzudocken. Im Büro erklärt Eszther ihrer Freundin, dass sie keine zwei Leben führen kann, und dass sie zwar zu den wöchentlichen Séancen kommen wird, aber sonst nichts mit ihr zu tun haben wolle. Annemarie stürmt danach wutentbrannt weg, doch scheint das Wunder weiterzugehen, denn alle Kunden haben ihre offenen Rechnungen überwiesen, seitdem die Firma nach dem Einstecken des Kabels wieder online ist.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Annemaries (Eva Holzmeister) Ring wird von Mike (Jacob Banigan) und Eszther (Juliette Eröd) skeptisch betrachtet (Fotocredit kuma)

Unterdessen berichtet der etwas zerknirschte Mike, dass die Überraschung im Lager nicht gut gegangen ist. Er wollte mit seiner Axtsammlung einen Weihnachtsbaum in der perfekten Größe für die Firma schaffen, doch nachdem er zunächst zu groß und dann zu klein war, hat er dann noch versucht, ihn irgendwie zusammenzustückeln. Nun ist er so zerhackt, dass nichts mehr zu retten ist, was ihn verzweifeln lässt, doch Astrid kann ihn ein wenig trösten. Nachdem Eszther bemerkt, dass die Toilette abgeschlossen ist, vermutet sie dort ihre beleidigte Freundin und beauftragt Martin, sie von dort zu holen. Zur Sicherheit schaut Mike mit einer seiner Äxte auch noch nach. Annemarie lässt sich schließlich davon überzeugen, die Toilette zu verlassen, und sieht Martin als einen Auserwählten, der dem geheimnisvollen Zirkel beitreten könnte. Er kann sich ihrem hypnotischen Blick nicht mehr entziehen und bittet sie mit roten Augen um einen Termin für eine gemeinsame Séance. Nachdem Mike keinen Weihnachtsbaum zusammengebracht hat, nimmt man einfach den, der ohnehin schon im Sozialraum steht. So versucht sich Mike an der Weihnachtsfeier im Sozialraum mit „Hoo, hoo, hoo“-Geräuschen, die er die ganze Zeit schon geübt hat, zu beteiligen, und die trotz aller Übung noch immer schaurig klingen. Als er dann zum Ende noch alle für die alte albanische Tradition des Christbaum-Kugel-Werfens begeistern will, machen zunächst alle mit, doch Astrid hält diesen Brauch für zu antireligiös, und so endet man im gemeinsamen fröhlichen Schnapstrinken mit einem Martin, der sichtlich seinen Hang zum Übersinnlichen entdeckt hat.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Astrid (Eva Hofer) weist Mike (Jacob Banigan) in die österreichischen Weihnachtstraditionen ein (Fotocredit kuma)

Ein ständiger Neubeginn mit originellen Varianten

Das starke Ensemble schafft es, jedes Mal eine andere Geschichte zu improvisieren, wobei alle immer ihrem Grundcharakter treu bleiben, sodass man die Figuren samt ihren Schwächen liebgewinnt. Die Rechtslastigkeit der zwei Schwestern Sabine (Monika Klengel) und Astrid (Eva Hofer) und Eszthers (Juliette Eröd) grundkonservative Einstellung wirken zwar manchmal etwas aufgesetzt und münden in Hilflosigkeit, sorgen aber dafür für umso mehr Unterhaltung. Damit wird aber auch ein Zeitgeist gezeigt, der in sich selbst nicht schlüssig ist, und den man trotzdem als Weiterführung als Vermächtnis an den übergroßen Vater um jeden Preis beibehält. Auch sind die per Video aus dem Off gezeigten Krankenhausbesuche bei ihm die geheimen Höhepunkte, bei denen sich die Figuren öffnen, sich sensibel zeigen und ihre wahren Gedanken präsentieren. Während Martin (Lorenz Kabas) einen stets lenkbaren Softie in ewiger Hoffnung zeigt, macht Jacob Banigan aus Mike eine vielfältige Figur, die mehr als einen Running Gag verkörpert. Ein großes Kompliment muss man auch den Gast-Schauspieler:innen machen, die oft ihre Figur anhand der bisherigen Handlung in letzter Sekunde noch verändert haben, um die jeweilige Folge mit Unerwartetem zu bereichern.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof - Folge 6: „Schaurig“

Christbaumkugel-Werfen als Höhepunkt der Firmenweihnachtsfeier (Fotocredit kuma)

„Gas Toni – 2. Staffel“ vom Theater im Bahnhof

Konzept: Lorenz Kabas, Jacob Banigan Darsteller:innen: Jacob Banigan, Juliette Eröd, Eva Hofer, Lorenz Kabas, Monika Klengel Gast-Darsteller:innen: Pia Hierzegger, Helmut Köpping, Elisabeth Holzmeister Bühne und Kostüm: Johanna Hierzegger, Helene Thümmel Technik: Moke Rudolf-Klengel Support: Claudia Holzer Für alle, die auf das Geschehene der ersten Staffel zurückblicken wollen, ist ein mehr oder weniger ausführlicher Rückblick unter Gas Toni – 1. Staffel zu finden.
„Gas Toni - 2. Staffel“ vom  Theater im Bahnhof

Bei Papa am Krankenbett: Sabine (Monika Klengel), Astrid (Eva Hofer), Eszther (Juliette Eröd), Martin (Lorenz Kabas), Mike (Jacob Banigan) (Fotocredit kuma)