Hochkalorisches im Theatercafé
Kritik: Nadja Maleh – Zuckergoscherl
Text: Lydia Bißmann - 08.03.2026
Mit Zuckergoscherl hat die Kabarettistin und Musikerin ihr mittlerweile neuntes Solo-Programm präsentiert. Thema ist die Alltagsdroge Zucker, an die sie so nebenbei auch den Rest der Weltgeschichte anhängt. Feminismus, Kolonialismus, Ageismus, Kapitalismus und alle anderen Belange lassen sich damit hervorragend abhandeln – wenn man es eben kann.

Nadja Maleh ist Kaberetistin, Musikerin und Schauspielerin. (Fotocrdit: Sabine Stieger)
Ganzkörper-Kabarett mit Deix-Anleihen
Soko Mumbai und Tiroler Oma
Neben Melanie, die sich im Laufe des Programms immer wieder in die Performance einmischt, punktet Nadja Maleh noch mit einer ungarischen Podcast-Lebensberaterin, einer Episode aus der Krimiserie Soko Mumbai oder mit Geschichten von der Tiroler Großmutter und deren Reaktion auf eine vegetarische Lebensweise. Absolute Highlights des Programms sind ihre Imitationen von fremdsprachigen – tirolerischen, arabischen, indischen, französischen oder eben ungarischen – Akzenten, die sie mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Verve genau mit der richtigen Portion Klischee versieht. Ein absoluter Traum und ein sehr schön gestrickter Abschluss (Regie: Marion Dimali) ist die Zugabe, in der sie eine Anleitung für den arabischen Tanz mit Eselsbrücken gibt, die man nie wieder vergisst.
Zuckergoscherl von Nadja Maleh ist eine Show, die man sich immer, mit jeder erdenklichen Begleitung und in jeder Lebenslage einfach anschauen und herzhaft genießen kann. Fast wie Ella-Nutella – nur eben besser für die Figur. Es ist fast ein kleiner Kurzurlaub aus dem Alltag, aus dem man beschwingt und mit positiver Energie wieder auf die Straße tritt. Zucker macht eben auch klug, fröhlich und energiegeladen.
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„Zuckergoscherl“ ist das 9. Solo-Programm von Nadja Maleh. (Fotocredit: Sabine Stieger)
