Jakob Ivačič dirigiert Bach in der Herz-Jesu-Kirche
Konzertkritik: Matthäus-Passion, Barockorchester Exodus
Text: Lydia Bißmann - 03.04.2026
Graz, 30.03.2026. In der Karwoche bringt der slowenische Dirigent Jakob Ivačič gemeinsam mit dem Barockorchester Exodus, Solist:innen und einem von Petra Gobec geleiteten Knabenchor die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach zur Aufführung.
Jakob Ivačič hat in Graz bei Johannes Prinz studiert und bereits im Vorjahr die Johannes-Passion inszeniert. Sowohl der Dirigent als auch das Orchester sind sehr jung; nur wenige der Solist:innen scheinen über dreißig zu sein. Die Aufführung des fast drei Stunden dauernden Werkes wird von einer 20-minütigen Pause unterbrochen. Gespielt wird auf Originalinstrumenten; durch die Kälte müssen diese nachgestimmt werden.
Bach ohne Plüsch
Selbstverständlich groß
Das Barockorchester Exodus spielt, als ob es nichts Wichtigeres gäbe als genau dieses Stück – aber auch nichts Selbstverständlicheres. Hier gibt es kein unnötiges Lampenfieber; hier freut man sich am eigenen Spiel und Gesang in der Gruppe und kennt keine Furcht – zumindest wirkt das so auf das Publikum. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Bodenständigkeit und fast schon ätherischer Leichtigkeit, die diese Aufführung so besonders macht. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen – vor Ostern, zu Weihnachten und eigentlich immer.
