Weltmusik und Diskurs für die großen und kleinen Momente im Leben
Fest des Lebens: folk.art Festival 2026
Text: KUMA-Redaktion - 18.10.2026
Rubrik: Musik
20 Programmpunkte an zwölf Spielorten, Musik aus drei Kontinenten: Von 21. Oktober bis 8. November bringt das folk.art Festival internationale Musik nach Graz und Umgebung.
Vier neue Spielorte erweitern das Programm: das Kulturzentrum Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz, der Pfarrsaal Feldkirchen, das Volkskundemuseum am Paulustor und das Orienthaus Reyhani. Neben Konzerten stehen Fragen nach Heimat, kulturellem Austausch und dem Umgang mit Volksmusik im Mittelpunkt. Anja Om Plus eröffnet das Festival mit dem Album „Tiny Little Boat“. Sängerin und Komponistin Anja Obermayer verbindet darin mit ihrem Ensemble Jazz, Kammer-Pop und zeitgenössische Vokalmusik. Das Trio Hupsala bringt im Stieglerhaus alpine Volksmusik und irische Einflüsse zusammen. Anfang November treffen das koreanische Duo Dal:um und die Cellistin und Komponistin Sophie Abraham im Doppelkonzert aufeinander: traditionelle Saiteninstrumente, experimenteller Jazz und elektronische Klänge begegnen einander. Avin Ahmadi verbindet Oud und Gesang mit persischer Musiktradition und Jazz, während das Floating Sofa Quartet nordischen Folk nach Graz bringt. Zum Abschluss führen Aniada a Noar gemeinsam mit den slowenischen Musiker:innen Brina Vogelnik und Metod Banko Volksliedtradition, Jazz und Weltmusik zusammen.

Dal:um spielen auf traditionellen koreanischen Zithern und bringen Musik, die dem Publikum noch nocht so vertraut ist (Fotocredit: Kim Shin Joong)
Kleine Momente im Leben
Das Motto „Fest des Lebens“ lenkt den Blick auf die kleinen Dinge, die den Alltag ausmachen: ein gemeinsames Lied, ein Gespräch, ein Augenblick des Zuhörens. Volksmusik begleitet seit jeher besondere Anlässe wie Hochzeiten und Begräbnisse, aber auch die unspektakulären Momente des Lebens. Wie Menschen ihre Geschichte und ihren Alltag teilen, zeigt der Stadtrundgang „Mensch sein in Graz – gestern und heute“, der am 7. November vom Karmeliterplatz aus den Spuren menschlicher Lebensstationen von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart folgt.

Lara Löwin und ihre Band gestaltet das Kinderprogramm beim folk.art Festival am 24. Oktober in der Brücke. (Fotocredit:
Musik für Kinder und zum Mitmachen
Am 24. Oktober lädt Lara Löwin mit ihrer Band in der Brücke Graz Kinder dazu ein, Klänge und Rhythmen aus aller Welt zu entdecken. Die beiden Konzerte finden um 11 und 15 Uhr bei freiem Eintritt statt. Wer selbst aktiv werden möchte, kann am 8. November im Tanzzentrum Alento bulgarische Volkstänze ausprobieren. Eine Einführung in mongolischen Kehlkopfgesang und die Pferdekopfgeige steht am 7. November im Kultursalon auf dem Programm.

Avin Ahmadi ist 2026 für den Österreichischen Jazzpreis nominiert und gibt ein Konzert am 6. November im Orienthaus Reyhani. (Fotocredit: Victoria Nazarova)
Wem gehört die Volksmusik?
Zwei Gespräche im Volkskundemuseum am Paulustor widmen sich dem Spannungsfeld zwischen Tradition, kulturellem Austausch und Identität. Aus der erstmaligen Kooperation mit der Kunstuniversität Graz (Fachbereich Musikvermittlung) entstanden zwei sehr spannende Diskussionsbeiträge beim Festival. Am 7. November fragt „Dürfen alle alles spielen? Volksmusik zwischen Austausch und kultureller Aneignung“ nach den Grenzen zwischen Inspiration und Vereinnahmung. Am 8. November geht es unter dem Titel „Wem gehört die Volksmusik?“ um Heimat, Gemeinschaft und Identitätspolitik. Beide Gespräche sind bei freiem Eintritt zugänglich. Am 5. November sprechen Weltweitwandern-Gründer Christian Hlade und Angelika Temper bei einem Live-Podcast im Heimatsaal über die Via Dinarica, nachhaltiges Reisen und das Wandern als verbindende Erfahrung über kulturelle Grenzen hinweg.

Christian Hlade, Gründer von Weltweitwandern im Live-Podcast am 5. November im Heimatsaal im Volkskundemuseum. (Fotocredit: weltweitwandern)

Aniada a Noar & Brina Duo verbinden zwei sehr nahe liegende Länder, die aber auch durch vieles getrennt wurden am Abschlusstag, am 8. Novmber. (Fotocredit: Nada Zgank)
