Mut, Kreativität und neue Perspektiven

Diagonale 2026: Fünf Tage österreichischer Filmkultur

Text: Karoline Pilich - 05.03.2026

Rubrik: Film und Kino
Schauspielerin Hilde Dalik erhält den Großen Diagonale-Schauspielpreis(Fotocredit: Elsa Okazaki)

Schauspielerin Hilde Dalik erhält den Großen Diagonale-Schauspielpreis (Fotocredit: Elsa Okazaki)

Das Festival Diagonale lässt Graz dieses Jahr von 18. bis 23. März zum 29. Mal als Filmhauptstadt des Landes erscheinen. Dabei kommen österreichische Filme auf die große Leinwand und unzählige Filmschaffende sind zu Besuch in der Stadt.

Die Diagonale 2026 zeigt 149 Filmproduktionen, 77 davon feiern dabei ihre Österreich- oder Weltpremiere. Präsentiert wurde das Programm in den Räumlichkeiten der Steiermärkischen Sparkasse, die auch dieses Jahr als Hauptsponsorin dem Festival zur Seite steht. „Die Diagonale ist ein Ort, an dem Mut, Kreativität und neue Perspektiven sichtbar werden“, so Sigmund Loibner, Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse, über die langjährige Partnerschaft mit dem Filmfestival.
Bei der Programmpräsentation der Diagonale: Mag. Sigmund Loibner, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse, das Intendant:innen Duo Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh, Dr. Gerhard Fabisch, Vorsitzender des Vorstandes Steiermärkische Verwaltungssparkasse (Fotocredit: LippZahnschirm)

Bei der Programmpräsentation der Diagonale: Mag. Sigmund Loibner, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse, das Intendant:innen Duo Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh, Dr. Gerhard Fabisch, Vorsitzender des Vorstandes Steiermärkische Verwaltungssparkasse (Fotocredit: LippZahnschirm)

Eröffnungsfilm Rose als Höhepunkt des Kinojahres

Eröffnet wird das Festival mit dem Spielfilm "Rose" von Markus Schleinzer. In "Rose" verkörpert Sandra Hüller, die auf der Berlinale für den Film ausgezeichnet wurde, eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgab, um arbeiten zu können. Das fiktive Frauenporträt basiert auf historischen Berichten und spielt im Dreißigjährigen Krieg. Damals kam es immer wieder vor, dass sich Frauen als Männer verkleideten. So konnten sie sich Zugang zu Berufen, Bildung oder militärischen Positionen verschaffen. Dominik Kamalzadeh von der Festivalleitung bezeichnet den Eröffnungsfilm als „nuancierte Inszenierung und einen der Höhepunkte des Kinojahres“.

Wettbewerb und Preismarathon

Insgesamt sind im Wettbewerb 82 Filme vertreten, die in eigene Kategorien unterteilt sind. Als Neuzugang zu den Preisen des Vorjahres kommt der Mabacher Award für den Besten inklusiven Film hinzu. Internationale Jurys verleihen im Rahmen des Festivals Österreichs höchstdotierte Filmpreise, gesamt 128 500 €. Das Publikum hat zudem die Möglichkeit, beim Preis der Kleinen Zeitung, der mit 3000 € dotiert ist, mitzuentscheiden. Schauspielerin Hilde Dalik erhält im Rahmen der Festivaleröffnung den Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur, bekannt ist sie unter anderem aus der Serie "Vorstadtweiber" oder "Sargnagel – Der Film". „Ihre Lust am Spiel, ihr schauspielerisches Handwerk, ihre Genauigkeit und ihr unverwechselbarer Humor zeichnen Hilde Dalik aus”, erklärt die Jury in ihrem Statement zur Vergabe des Preises.

Alltag und Afrika

In der Kategorie Spielfilm sind elf Filme vertreten, darunter zwei Weltpremieren ("Licht, kein Licht" & "AMS – Arbeit Muss Sein") und vier Österreichpremieren. Zur Kategorie zählen "Vier minus drei" von Adrian Goiginger, "Beautiful and Neat Room" von Maria Petschnig und viele weitere. "Vier minus drei", mit Robert Stadlober, handelt von einer Frau, deren Mann und Kinder plötzlich bei einem Unfall ums Leben kommen. Der Film zeigt ein kraftvolles Familiendrama, in dem die nun alleinstehende Frau das Weiterleben bestreitet und langsam ihre Hoffnung wiederfindet. Regisseur Adrian Goiginger wurde bereits 2017 bei der Berlinale mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet und machte sich einen Namen mit "Die beste aller Welten" sowie "Rickerl – Musik is höchstens a Hobby".
Aus Vier minus drei mit Valerie Pachner(Fotocredit: Nikolett Kustos)

Aus Vier minus drei mit Valerie Pachner(Fotocredit: Nikolett Kustos)

Äthiopien und Polen

Die Kategorie Dokumentarfilm zählt 16 Filme und ist somit dieses Jahr besonders gut vertreten. Zu den Highlights der Dokumentarfilme gehört "WAX & GOLD" von Ruth Beckermann, ein Essayfilm als persönliche Annäherung an Äthiopien. 2024 erhielt Beckermann den Axel Corti-Preis für ihre gesellschaftskritischen Analysen in "Favoriten". In "WAX & GOLD" wird mit Archivmaterial den kolonialen Eingriffen in die Geschichte Afrikas nachgegangen. "Die noch unbekannten Tage" von Jola Wieczorek beschreibt die Flucht ihrer Familie von Polen nach Österreich.
Regisseur Markus Schleinzer feiert mit seinem Eröffnungsfilm "Rose" Österreichpremiere (Fotocredit: Rafaela Proell)

Regisseur Markus Schleinzer feiert mit seinem Eröffnungsfilm "Rose" Österreichpremiere (Fotocredit: Rafaela Proell)

Filmkunst aus Island

Neben den Hauptsparten Spiel- und Dokumentarfilm gibt es Auszeichnungen für Kurzspielfilme, Kurzdokumentarfilme und Innovativen Film. Weiters widmet die Diagonale ihre eigene Werkschau, die sie Position nennt, zwei Filmschaffenden: Hlynur Pálmason aus Island und Billy Roisz aus Wien.