Neues Spiel, neues Glück
Das Planetenparty Prinzip präsentiert neue Spielzeit
Text: Lydia Bißmann - 03.09.2026
Rubrik: Theater
Mit drei Uraufführungen, zwei Wiederaufnahmen und drei beliebten Spielformaten bestreitet das Planetenpartyprinzip die kommende Spielsaison.
Seit 11 Jahren ist das Kollektiv mit seinen neun Planeten Alexander Benke, Leonie Bramberger, Victoria Fux, Nora Köhler, Moritz Ostanek, Miriam Schmid, Alexandra Schmidt, David Valentek und Nora Winkler ein Fixstern am Himmel der freien Theaterszene. Es ist die Mischung aus Ernst und absurd Lustigem, konkreter Biografie und abstraktem Weltgeschehen, gesellschaftlichen Veränderungen und innerer Unruhe, die die Arbeit des Planetenpartyprinzips ausmacht.
Spielend durch die Dystopie der Gegenwart
Mit „The Enshitification Game – Über den Verfall von Online-Plattformen“, einer Uraufführung, mit der die Spielsaison eröffnet wird, nimmt man sich etwa das Verhalten von Online-Riesen, die die Verspieltheit und Kontaktfreudigkeit der Menschen für pures Geld ausnutzen, zur Brust. Kein leichtes Thema, das sich aber auch kein neues ist – darum geht es aber auch nicht bei den Planeten. Nagelneu sind dafür die druckfrischen Spielkarten, mit denen auf Casino-Art durch den Abend gespielt wird. Angst muss man aber keine haben, hier geht es um das Sichtbarmachen von Um- und Zuständen. Auch Menschen ohne Ehrgeiz und mit völlig verkümmertem Spieltrieb können diesen Abend genießen, ohne sich vorgeführt zu fühlen. Die Produktion entsteht in Kooperation mit dem Theaterhaus Graz und dem PAD-Festival Wiesbaden und feiert am 17. September ihre Premiere.
Skifahren zum halben Preis
Ums Skifahren und das soziale Nord-Süd-Gefälle in Europa wird es bei „The Balkan Peak Resort“ gehen. Die Produktion, die auch im Partnerprogramm des steirischen herbst ’26 angesiedelt ist, erzählt von einem fiktiven Ski-Resort in den albanischen Alpen, das mit Skifahren zum halben Preis lockt. Humorvoll untersuchen die Planeten unter der Regie von Miriam Schmid, die sich durch Residency-Aufenthalte in Albanien zu dieser Produktion inspirieren ließ, Après-Ski-Verhalten, koloniale Kontinuitäten und stereotype Bilder. Unterstützung bekommt diese Produktion, die ab 2. Oktober im ARTist’s gezeigt wird, von der albanischen Aktivistin und Autorin Diana Malaj. „The Balkan Peak Resort“ ist eine Koproduktion mit dem Theater am Werk und eine Kooperation im Rahmen des steirischen herbst ’26.
Das Original und die Frage nach dem Original
Im Frühling widmet sich Victoria Fux dem leidigen Thema Urheberrecht und Aneignung und der unsicheren Grenze zwischen Inspiration und Diebstahl. „Das Original – gestohlen vom Planetenpartyprinzip“ feiert im Mai 2027 beim Dramatiker|innenfestival seine Uraufführung.

Roboter mit Senf serviert fiktive Würstchen und Literatur. (Fotocredit: Lena Prehal)
Spieltrieb und Würstelstand
„Bitte spiel mich“, die beliebte Serie, bei der die Darsteller:innen auf der Bühne durch Anweisungen aus dem Publikum gesteuert werden, begibt sich diese Saison auf eine Tour durch die ganze Steiermark, was nicht zuletzt einer Kooperation mit dem Theaterland Steiermark zu verdanken ist. David Valenteks Filmabende, bei denen in gemütlicher Atmosphäre im Planetarium Kurzfilme, Animationsfilme oder Musikvideos gezeigt werden, stehen ebenso wieder auf dem Kalender wie die Literaturshow „Roboter mit Senf“, bei der im Würstelstand-Ambiente mit Autor:innen und den beiden Hosts Klaus Kastberger und Daniela Striggl geplaudert und sinniert wird.

Nora Köhler bei Biedermann und die Brandstifter. (Fotocredit: Edi Haberl)
Wiedersehen mit Biedermann und der Geisterbahn
Wieder zu sehen gibt es die sensationelle Produktion „Biedermann und die Brandstifter“, bei der der Max-Frisch-Klassiker über das Wegschauen und Zaudern in privaten Wohnzimmern performt wird. Die Produktion entstand als Koproduktion mit dem Theater am Lend und unter der Regie von Christian Winkler. Nur ganz wenige Plätze gibt es auch für die „Geisterbahn“, bei der die Planetenparty das Publikum auf eine Fahrt in die Schlossbergstollen mitnimmt. „Biedermann und die Brandstifter“ ist außerdem für den heurigen Preis der freien Theaterszene Graz, den „Rüssel“, nominiert. 2025 durfte Alexander Mitterer den Preis für seine Arbeit „Der Fürst“ einheimsen.

Wiederaufnahme 2026/27: Die Geisterbahn. (Fotocredit: Clemens Nestroy)
.jpg)