Barocke Kunst in der Alten Galerie: Ganz nah dran
Pieter Claesz und die Kunst des Stilllebens
Text: Karoline Pilich - 26.03.2026
Rubrik: Kunst
Die Alte Galerie im Schloss Eggenberg zeigt im Rahmen des Projekts „Kaiserschild Art Defined“ eine Sonderpräsentation zum niederländischen Barockmaler Pieter Claesz.
Das Projekt steht in Kooperation mit der Kaiserschild-Stiftung, dem Kunsthistorischen Museum in Wien, dem Kunstmuseum Winterthur und will mit digitalen Features den Besucherinnen und Besuchern ein tieferes Verständnis der Werke ermöglichen. “Mit der Ausstellung zeigt die Alte Galerie, dass sie am Puls der Zeit ist,” sagt Dr. Stefan Albl, Kurator und Projektleiter.

Stillleben mit Früchtepastete, Silbertazza, vergoldetem Deckelpokal und „Römer“ (Weinglas). (Fotocredit: Kunst Museum Winterthur)
Mahlzeiten als Markenzeichen
Pieter Claesz (1597/98-1660) war gebürtiger Flame und ein bedeutender Vertreter der Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts. Er ließ sich um 1620 im wirtschaftlich aufstrebenden Haarlem nieder, das zu einem der wichtigsten Kunstzentren der Niederlande wurde. Pieter Claesz, neben weiteren Künstlern, entwickelte die Tradition der Haarlemer Stilllebenmalerei weiter und galt als Gründer des neuen Typus der „gedeckten Tische“.
Kleine Mahlzeitenbilder mit stark reduzierter Bildsprache, gedeckten Farben und wenigen Objekten wurden zu seinem Markenzeichen. Pieter Claesz malte in 40 Jahren rund 230 Gemälde und ist berühmt für seine subtile Farb- und Lichtführung sowie seine Kunstfertigkeit in der Schilderung verschiedener Oberflächen.

Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg und Alte Galerie & Kurator und Projektleiter Stefan Albl. (Fotocredit: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek)
Drei Meisterwerke im Detail
“Gerade in dieser Zeit soll die Ausstellung entschleunigen und Raum für Neues schaffen,” erklärt Stefan Albl. Im Mittelpunkt stehen drei hochkarätige Stillleben des Malers und geben Einblick in zentrale Aspekte seines Schaffens, von detailreichen Darstellungen gedeckter Tische bis zur Reflexion über Vergänglichkeit.

Digitale Darstellungen ermöglichen es, Details der Originale interaktiv zu erkunden. (Fotocredit: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek)
Das Goldene Zeitalter in Gigapixel
Hochqualitative Digitalisate der drei Hauptwerke eröffnen vertiefende Einblicke in Technik, Materialität und Symbolik. Ein Multimedia-Tisch lädt dazu ein, die klassischen Kunstwerke durch digitale Technologien auf mehreren Ebenen zu erkunden. Dr. Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg und der Alten Galerie, erklärt, dass das Projekt außerdem viele Antworten liefert. Fragen wie “Wie funktioniert die Vermittlung zwischen Kunst und Medien?”, “Was passiert auf den Bildern wirklich?”, oder “Was hat der Künstler selbst am Bild verändert?” könnte man durch die Multimedia-Aspekte des Projekts beantworten. “Die digitalen Features entführen in das Bild,” fügt er hinzu.
