Dinosaurier und mentale Gesundheit bei spleen*graz
Kritik: S.A.D – Secretely a Dinosaur, AV City
Text: Karoline Pilich - 23.04.2026
Rubrik: Theater
Die Performance S.A.D – Secretely a Dinosaur von AV City, mit Ruben Müller und Sascha Malina Hoffmann, zieht Parallelen zwischen der heutigen Gesellschaft, die oftmals mit Extremsituationen, globalen Krisen und der mentalen Gesundheit zu tun hat, und dem Verschwinden der Dinosaurier.
Ruben Müller und Sascha Malina Hoffmann agieren bei ihrer Vorstellung gleichzeitig auf zwei Ebenen: auf der Bühne und in einer digitalen Übertragung, die live auf einer virtuellen Bildfläche gespiegelt wird. Was hier körperlich passiert, setzt sich dort als zweites, mediales Geschehen fort. Ein Banner mit der Aufschrift „I don’t want this to go on forever”, das am Anfang der Vorstellung aufgezogen wird, führt in das bedrückende Thema ein und stimmt nachdenklich. Speziell angesprochen werden in S.A.D - Secretely a Dinosaur Depressionen und wie die Gesellschaft teilweise dazu beiträgt. Was für die Dinosaurier damals der Asteroid war, der eine - im wahrsten Sinne - “Erschlagenheit” repräsentiert, ist für uns Menschen heute womöglich die Depression.

Ruben Müller und Sascha Malina Hoffmann unterhalten sich während der Perfomance in virtuellen Körpern von Dinosauriern. (Fotocredit: Toni Petraschk)
Autotune, virale Sounds und Bad Bunny
S.A.D zeichnet sich vor allem durch die verschiedenen akustischen Aspekte aus. So einfach das Bühnenbild auch gehalten ist, so abwechslungsreich ist die musikalische und klangliche Untermalung der Performance. Songs unterschiedlichster Genres, bekannte Sounds von TikTok und Instagram, persönliche Sprachnachrichten und Zitate und Autotune-Gesänge sind ein wichtiger Teil der Produktion von AV City aus Deutschland.

Ruben Müller und Sascha Malina Hoffmann sprechen in S.A.D - Secretely a Dinosaur auch über persönliche Erfahrungen mit dem Thema mentale Gesundheit. (Fotocredit: Toni Petraschk)
“Taking a Stupid Walk for my Stupid Mental Health”
Vor allem die Thematik der Performance macht sie leider sehr aktuell und greifbar. Mentale Gesundheit steht als wesentlicher Teil im Fokus und wird auch im Kontext der Covid-19 Pandemie, globalen Konflikten und der Gesellschaft als Problemauslöser untersucht. Persönliche Sprachnachrichten, Audios und Zitate bringen die Problematik rund um das Thema Mental Health ganz nahe und lassen dem Publikum Raum, darüber zu reflektieren und über eigene Angelegenheiten nachzudenken.
Ruben Müller und Sascha Malina Hoffmann kommunizieren während der Vorstellung unter anderem über den Laptop und zeigen ein großes Spektrum an Emotionen. Trotz des schwerwiegenden Stoffs schafft es die Produktion, das junge Publikum zu erreichen und zwischendurch zum Lachen zu bringen, ohne damit die Ernsthaftigkeit zu relativieren.
